Fahrt der G10b nach Thüringen: Gedenkstätte Point Alpha, Weimar und Gedenkstätte Buchenwald

Die Klasse G10b unternahm Ende Oktober in Begleitung von Lena Nickel und Jana Bormann eine kurze, aber intensive Studienfahrt nach Thüringen.

Der nachfolgende Bericht aus der Klasse gibt einen Einblick in die Erlebnisse und Eindrücke unterwegs.

Donnerstag, 23.10.2025
Am Donnerstagmorgen trafen wir uns um 9:00 Uhr an der Schule. Trotz strömenden Regens starteten wir fast pünktlich unsere Fahrt Richtung Point Alpha. Gegen 12:45 Uhr kamen wir dort an und wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, eine Gruppe wurde von Frau Bormann, die andere von Frau Nickel begleitet.
Am Point Alpha durften wir ein Stück Geschichte hautnah erleben. Die Führung ging uns sehr unter die Haut. Uns wurden Geschichten von betroffenen Menschen erzählt – von Familien, Kindern und Schicksalen, die hinter der innerdeutschen Grenze standen. Wir erfuhren viele neue Fakten, die über das hinausgingen, was man im Geschichtsunterricht lernt.
Um 16:45 Uhr erreichten wir schließlich Weimar. Nach dem Einchecken in der Jugendherberge machten wir uns gegen 17:30 Uhr auf den Weg in die Innenstadt, um wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden. Wir sahen unter anderem das Goethe-Haus, das Denkmal von Goethe und Schiller sowie das Deutsche Nationaltheater. Anschließend gingen die Gruppen getrennt essen und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Gegen 20:00 Uhr kehrten wir gemeinsam zur Jugendherberge zurück.

Freitag, 24.10.2025
Am Freitagmorgen fuhren wir zur Gedenkstätte Buchenwald und trafen dort gegen 10:30 Uhr ein. Frau Bormann, unsere Geschichtslehrerin, führte uns bei kaltem und windigem Wetter durch fast alle heute noch zugänglichen Orte des ehemaligen Arbeitslagers.
Besonders eindrücklich war ein ehemaliges Bärengehege, das unmittelbar neben dem Lager errichtet wurde. Es sollte damals Touristen zur Unterhaltung dienen, während die Häftlinge direkt hinter dem Zaun unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Dieser Kontrast machte uns deutlich, wie grausam und gleichgültig viele Menschen jener Zeit mit dem Leid anderer umgingen.
Die Regierung ließ in Buchenwald Tausende inhaftieren – darunter Tschechen, Polen, Spanier, Russen, politische Gefangene, Juden und viele weitere, deren Schicksale bis heute teilweise unbekannt geblieben sind. Insgesamt waren Hunderttausende Menschen aus über 50 Ländern dort gefangen. Sie mussten den größten Teil des Tages Zwangsarbeit leisten.
Am Lagertor befindet sich die Inschrift „Jedem das Seine“, die die Häftlinge vom Appellplatz aus sehen konnten: Ein zynisches Symbol der nationalsozialistischen Ideologie!
Sobald die Arbeiter zu schwach oder zu krank waren, um weiterzuarbeiten, wurden sie systematisch ermordet.
Zum Gedenken an die Opfer wurde eine Gedenkplatte errichtet, auf der alle Nationalitäten der in Buchenwald inhaftierten Menschen aufgeführt sind. Diese Platte wird auf Körpertemperatur erwärmt, sie soll den Lebenden zeigen, dass die Opfer in unseren Herzen und Gedanken weiterleben.
Sie erinnert uns daran, dass wir alle, unabhängig davon, wer wir sind, woher wir kommen oder woran wir glauben, am Ende Menschen sind. Kein Mensch ist mehr wert als ein anderer!
Allen von uns wird besonders in Erinnerung bleiben, wie sehr die Würde des Menschen damals mit Füßen getreten wurde. Diese Klassenfahrt war sehr lehrreich und ist für jeden empfehlenswert, da sie uns hilft, dass nichts in Vergessenheit gerät, was niemals vergessen werden darf.